Therapie

Schwächen der konservativen Behandlungsmethode

In einzelnen Fällen ist trotz eines Bandscheibenvorfalls ein operativer Eingriff nicht notwendig: Wir raten dann zu einer sogenannten konservativen Therapie, die gegebenenfalls mit Schmerzmitteln unterstützt werden kann. Ärztliche Ratlosigkeit oder Resignation, falsche Vorstellungen und eine grundlegende Skepsis gegenüber operativen Eingriffen tragen aber dazu bei, daß die konservative Therapie auch in solchen Fällen zur Anwendung kommt, in denen eine Operation eigentlich unumgänglich ist.

Ein Bandscheibenvorfall oder eine Osteochondrose bewirkt räumliche Veränderungen im Spinalkanal, die sich nicht durch externe Maßnahmen beheben lassen. Dementsprechend wirkungslos sind immer wieder empfohlene Therapieformen wie Chirotherapie, Akupunktur und Extensionen. Tatsächlich existiert weltweit keine einzige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung dieser „Heilmethoden“ nachweisen könnte.

Daß in vereinzelten Fällen bei solcher Behandlung eine Linderung eintritt, ist allein ein Kind des Zufalls: Mitunter können Bandscheibenvorfälle auch ohne Behandlung konservativer und operativer Art kleiner werden. Dies geschieht teilweise durch Resorption oder Verlagerung des ausgetretenen Gewebes. Die Nervenwurzel kann dadurch wieder ihre normale Position einnehmen („Relaxation“), was zur Schmerzlinderung oder gar zur Schmerzfreiheit führt. Unter Umständen kann auch ein kleines Stück des ausgetretenen Bandscheibenmaterials abreißen und dann an eine Stelle gelangen, wo es keinen Druck mehr ausübt.