Rückenleiden & Ursachen

Ursachen

Ausgangspunkt ist stets eine Schädigung des Bandscheibengewebes, das auf unterschiedlichen Ursachen beruhen kann. Bandscheibenvorfälle sind grundsätzlich schicksalhaft und nicht vorhersehbar. Es gibt keine Verhaltensweisen, die zwingend zu einem Bandscheibenvorfall führen. Ebenso ist es nicht möglich, durch Vorsichtsmaßnahmen einen Bandscheibenvorfall zu verhindern. Einseitige Belastung und schwere körperliche Arbeit oder fehlende körperliche Betätigung, wie langes Sitzen, führen nicht zu Bandscheibenschäden, können jedoch bereits bestehende Beschwerden verstärken. Dementsprechend kann ein Bandscheibenvorfall durch irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen oder gezieltes Training nicht verhindert werden.

Die Bandscheibe und ihre Versorgung
Bandscheibengewebe wird ähnlich wie der Glaskörper des Auges nicht mit Blutgefäßen („Kapillaren“) versorgt. Die Ernährung des Bandscheibeninneren erfolgt vielmehr durch eine Spülflüssigkeit, die durch ein ausgeklügeltes System von Sog- und Druckwirkung („Diffusion“) verteilt wird. Diese Diffusion kann aber nur dann effizient stattfinden, wenn die Bandscheibenmoleküle ein ausreichendes Wasserbindungsvermögen haben. Die Bandscheibenmoleküle weisen eine pyramidenförmige Anordnung im Raum auf. Die Pyramiden besitzen Dipolcharakter. Das bedeutet, daß die Molekülanordnung Plus- und Minuspole aufweist, die die Bindung von Wasser (H2O) durch OH- und H+ herstellen. Das bedeutet auch, daß für die "Ernährung" der Bandscheibe der Wechsel von Be- und Entlastung erforderlich ist, d.h. die Änderung der Körperhaltung (sitzen - stehen - liegen).


Durch ungünstige genetische Voraussetzungen, durch Erkrankungen, aber auch durch das Stoffwechselgift Nikotin kann es zu einer Mangelernährung des Bandscheibenraumes kommen. Die Pyramidenstrukturen zerfallen dann zu Ketten, die keinen Dipolcharakter mehr haben und folglich auch kein Wasser mehr binden können.

Als Folge dieser Erscheinung schrumpft die Bandscheibe. Anhand einer Kernspintomographie läßt sich anschaulich machen, daß es zu einer Entwässerung und Volumenschrumpfung des Bandscheibenfachs kommt. Die Bandscheibenhöhe wird sichtlich geringer. Dies kann (1) zu einer Veränderung des benachbarten Wirbelknochens („Osteochondrose“) und  zu einer Verschiebung der Bandscheibe zum Bauch hin oder aber auch (2) zu einer Verschiebung der Bandscheibe zum Spinalkanal hin führen.